14.02.2016

14. Februar 2016 Nordeuropäischer Containermarkt in 2015 geschrumpft - Auch für 2016 keine Besserung in Sicht-- Fazit der AG Contra Erweiterung Godorfer Hafen


Nordeuropäischer Containermarkt in 2015 geschrumpft   

Auch für 2016 keine Besserung in Sicht

         

Laut Deutscher Verkehrs Zeitung (DVZ) vom 11. Februar 2016 liegen die Wachstumsraten des Containerumschlags in den Nordrangehäfen von Hamburg bis Le Havre weit unter denen früherer Prognosen.

  • Ãœberhöhte Prognosen: Die Nordrange Häfen erlitten im Jahr 2015 einen Rückgang um -4 %. Für die erste Jahreshälfte 2016 wird  mit dem gleichen Rückgang von -4 % gerechnet. Diese Tendenz unterschreitet sehr deutlich die Prognosen  des Bundesverkehrswegeplans 2015 (+4.3 % für das Hinterland der deutschen Nordseehäfen 2010-2030) oder gar die Erwartung der HGK (+5.8 % p.a. für den Logistikraum Köln 2010-2030 lt. Rats-Beschlussvorlagen von 2012 für den Godorfer Hafen).
  • Wirtschaftliche und strukturelle Ursachen: Auslöser der Wachstumsschwäche der Nordrange-Häfen sind lt. DVZ einerseits die schwächere Konjunktur in Asien sowie die Sanktionen gegen Russland bzw. die damit einhergehende Wirtschaftskrise. Erschwerend kommt allerdings lt. DVZ noch ein struktureller Faktor hinzu. Ãœberraschend haben sich die Mittelmeerhäfen mit +7.8 % bei den Exportmengen deutlich positiver entwickelten als die Häfen im Norden, was auf eine verbesserte Konkurrenzlage hindeutet: "Die Transitzeiten nach Asien sind deutlich kürzer ... und wichtige  Hinterlandmärkte von Hamburg & Co. wie die süddeutschen Bundesländer, Österreich oder Tschechien sind rein geografisch auch gut von den Südhäfen zu erreichen. Dass die Südhäfen ernster genommen werden, dürfte zu einem guten Stück daran liegen, dass sie sich daran gemacht haben, ihre Hinterlandverbindungen auszubauen und damit einen traditionellen Engpass für Verkehre gen Norden zu beseitigen".

Fazit der Aktionsgemeinschaft:

Ãœberambitionierte Kapazitätsplanungen werden zur Last:

  • Nordhäfen: Für die Nordhäfen ebenso wie für deren Hinterlandhäfen dürfte es unter diesen erschwerten Markt- und Wettbewerbsbedingungen wesentlich mühsamer werden, ihre zum Teil massiv erhöhten Kapazitäten vernünftig auszulasten. So hat Rotterdam die Kapazität mit der Maasvlakte II um 17 Mio TEU verdoppelt und Antwerpen auf dem linken Schelde-Ufer 5 Mio TEU oder +52 % Zusatzkapazität geschaffen.
  • Köln: Ähnlich überambitioniert  sind die Pläne im Logistikraum Köln. Hier sind gleich an fünf Container-Standorten Erweiterungen fertig (Eifeltor und Bonn), im Bau (Köln-Nord) oder fest geplant (Niehl I und Lülsdorf). Mit diesen fünf Erweiterungen verdoppelt sich bereits die Kapazität 2010-2030. Eine zusätzliche No. 6 Erweiterung in Godorf wie von der HGK geplant wäre unter diesen Umständen jenseits unternehmerischer Vernunft zumal im Hinblick auf die knappen Kassen der Stadt Köln.

Aktionsgemeinschaft Contra Erweiterung Godorfer Hafen